Ontologie : Das Sein und das Ereignis

Das Sein und das Ereignis

EUR 49,00


Jenseits Begehrens - Dieses Buch behandelt die spannende und interessante These: Ontologie ist Onto-Logik. Es verbindet Erzählungen aus der Philosophie mit solchen aus Mathematik und Literatur.Diese Texte helfen mir anders als Lacan, oder über ihn hinaus, beim Verstehen von Zuständen und Daseinsformen jenseits des Lustprinzips` wie beispielsweise Angst oder Psychosen.Obwohl einzelne Textstellen begrifflich wenig konzise gefasst und daher verwirrlich sind, dient mir dieses Buch, mehr noch als Bücher von Deleuze, Derrida, Nancy oder gar Agamben, als theoretisches Arbeitsbuch für meine praktische Tätigkeit.Deshalb gebe ich ihm die maximale Punktzahl: *****Andreas.Braendli@hin.ch

Badious Hauptwerk - Das Sein und das Ereignis ist Alain Badious Hauptwerk, das die philosophische Ontologie aus der mathematischen Mengenlehre herleitet (bzw. herzuleiten versucht). Es ist daher ein Fachbuch für Experten in philosophischer Logik und daher nicht zu vergleichen mit Texten von anderen bedeutenden Philosophen des 20. Jahrhunderts. Es ist sehr schwer, wenn auch Badious Ansatz ground breaking ist. Seine Theorie des Ereignisses ist sehr beeindruckend. Dafür spricht seine zunehmende Rezeption in den Vereinigten Staaten. Ich empfehle als Einstieg seine auch ins Deutsche übersetzten Bücher Ethik und Gott ist tot. Das sind kurze, eher essayistisch geschriebene Texte. Letzteres beinhaltete mehrere kurze Artikel in denen Badiou seine Kombination von Mathematik und Ontologie verständlich macht.

Ein mißglücktes Ringen um das Mathem des Ereignisses. Alain Badiou scheitert auf allerhöchstem Niveau. - Der Titel Das Sein und das Ereignis ist verführerisch für Leser, die sich gerade mit Heideggers Ereignisdenken beschäftigen und sich durch dieses Buch eine Erleichterung verschaffen wollen. Aber da liegt eine Täuschung vor, denn das vorliegende Buch wurde bereits 1988 in Frankreich veröffentlicht, also ein Jahr vor Heideggers monumentalen ereignistheoretischem Hauptwerk Beiträge zur Philosophie (Vom Ereignis). Obwohl der Band einleitend mit Heidegger einsetzt, enthält der Band schwer Verdauliches, denn Badiou knüpft eher an eine französische Debatte um das Ereignis und den damit verbundenen zeitphilosophischen und differenzphilosophischen Fragstellungen an. Badiou legt sich vor allem mit Deleuze und Lacan an. Jedesfalls nutzt die Lektüre dem Leser von Heidegger überhaupt nichts. Einige werden sich noch mit Entsetzen an seine völlig verzeichnende Einleitung in das Werk von Deleuze erinnern. Schon hier haben seine überklugen - um nicht zu sagen altklugen - Argumente überhaupt nicht überzeugt. Deleuze hat seinen Briefwechsel mit Badiou schließlich durch das Zerreißen aller Briefe beendet und er hatte leider Recht damit.Außerdem bedient er sich darüber hinaus mathematischer Theorien und Theoreme, die die meisten Leser überhaupt nicht kennen dürften. Weil er der Auffassung ist, dass es einen Zusammenhang von Mathematik und Ontologie gibt. Gerade diese theoretizistische Aufgeblähtheit ist es, die eine Lektüre dieses Buches äußerst erschwert - denn wer will schon Philosopheme in Matheme übertragen sehen ? Und dann? Und vor allem: Warum? Also mir fehlen da die Kenntnisse über die Möglichkeiten mathematischer Theoriebildung. Ich habe jedenfalls wenig Lust mich da erst einmal ein halbes Jahr einzuarbeiten - wenn ich ähnliche Theorien der Singularitäten und der Vielheiten in besser lesbarer Form bei Deleuze/Guattari, Agamben, Jean-Luc Nancy oder Jacques Derrida finde.Abschließend muss man sagen, dass das Buch eher zu den ärgerlichen gehört. Ich will gar nicht in Abrede stellen, dass das Buch auf einer genialen Intuition Badious beruht - nämlich das Mathem an die Stelle des Poems zu setzen. Aber zu weiten Teilen scheint der Autor der Genialität seines Entwurfs kaum gewachsen zu sein. Dennoch hat das Buch in Frankreich eine große Debatte ausgelöst und dazu geführt, dass Badiou das Buch noch einmal überarbeitet hat. Er hat jetzt nach 20 Jahren Arbeit einen Fortsetzungsband mit dem Titel Logiques des mondes vorgelegt.Ich gebe dem Buch zwei Sterne, weil Badiou es leider nicht schafft, seinen aufgeblähten und blutleeren Theoretizismus und Axiomatismus zum Leben zu erwecken. So entsteht der Eindruck, er würde nur alten Wein in neue Schläuche füllen. So als würde man Deleuze auf chinesisch übersetzen und dann behaupten, dies sei eine neue Theorie und dann hoffen, dass niemand es bemerkt.




Das Sein und das Ereignis